Veranstaltungen der Promotorin

Was macht die Bank mit meinem Geld?

Podiumsdiskussion zur sozialen Verantwortung der Finanzakteure im globalen Süden

Am 13.05.2015 von 16:00-18:00 Uhr in der ehemaligen JVA Magdeburg

 

Armut und Verzweiflung treiben derzeit tausende Menschen über das Mittelmeer. Während in der Öffentlichkeit eine intensive politische Debatte um die Soforthilfe geführt wird, sind die Informationen zur Veränderung von existierenden Ursachen und Wirkung der menschlichen Misere Expertenkreisen vorbehalten. Banken und Finanzinstitute haben, als Kreditgeber und Investoren, eine Schlüsselstellung im Wirtschaftskreislauf inne. Sie investieren Ihr Geld auch in Ländern des Globalen Südens.

Wie sich dies auf das Leben der Menschen vor Ort auswirkt, diskutierten die Podiumsgäste – Regine Richter, urgewald e.V. und Martin Werner/ Geschäftsführer Oikocredit Förderkreis Mitteldeutschland e.V. (Pionier der ethischen Geldanlage) mit dem Moderator Dr. Matthias Georg Will, Postdoc am Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der Martin-Luther Universität Halle. Ein Vertreter einer konventionellen Bank war leider nicht bereit an der Diskussion teilzunehmen, insofern übernahm Dr. Will deren Position in der Diskussion.  Martin Werner stellte die Arbeitsweise von Micro-Finance im Allgemeinen und Oikocredit im Besonderen vor. Er erklärte, dass vor allem die Projekte unterstützt werden, die „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. Weiterhin wurden die Vor- und Nachteile einer Entwicklungsunterstützung diskutiert, die an Kredite gekoppelt sind.Auch Regine Richter erläuterte die Vorgehensweise bei Kampagnen, in denen auf die Investitionen von Großbanken in Ländern des Globalen Südens aufmerksam gemacht wird. Sie nannte hierbei auch konkrete Beispiele, wie die Kampagne für eine Umsetzung für verbindliche und überprüfbare Sozial- und Umweltstandards bei Steinkohleimporten oder Kampagnen gegen die Finanzindustrie. Insgesamt konnten die verschiedenen Aspekte und Gründe für nachhaltige Geldanlagen ausführlich diskutiert werden. Schade ist allerdings, dass die komplementäre Sichtweise konventioneller Banken und deren Risikobewertung nicht aus erster Hand beschrieben werden konnte. Deutlich wurde aus der Diskussion, dass die Berücksichtigung nachhaltiger Gesichtspunkte bei der Geldanlage genauso nicht vergessen werden sollte wie bei einfachen Konsumprodukten.

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