Kleines CSR-Lexikon

 

Quelle: Universität St.Gallen (HSG)

 

  • Sind Unternehmen haftbar für die Bedingungen in den Zulieferbetrieben?
  • Wie können Firmen dem Fachkräftemangel entgegenwirken?
  • Was passiert mit dem Unternehmen, wenn die Rohstoffe für die Produktion nicht mehr erhältlich sind.

Unternehmen, egal welcher Größe, müssen sich mittlerweile mit den Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung und den Auswirkungen ihres unternehmerischen Handelns auf die Umwelt auseinanderzusetzen. Hierzu existieren viele Begriffe im Sprachgebrauch von Politik und Gesellschaft, die teilweise als leere Worthülsen und oft inflationär verwendet werden. Wird  man sich der tieferen Bedeutung der Begriffe bewusst, stellt man fest, dass es für die Unternehmen um mehr gehen muss, als ein Marketinginstrument oder Spenden für örtliche Vereine.

 

Kleines CSR-Lexikon

Für den am häufigsten verwendeten Begriff Corporate Social Responsibility (CSR), gibt es keine allgemein gültige Definition. Häufig wird die CSR-Definition der Europäischen Kommission verwendet, die im Grünbuch der Kommission festgehalten und 2011 im Rahmen der Neuen EU-Strategie (2011-14) für die soziale Verantwortung der Unternehmen um wichtige Aspekte erweitert wurde. Laut dieser ist CSR „die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. (…) Damit die Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung in vollem Umfang gerecht werden, sollten sie auf ein Verfahren zurückgreifen können, mit dem soziale, ökologische, ethische, Menschenrechts- und Verbraucherbelange in enger Zusammenarbeit mit den Stakeholdern in die Betriebsführung und in ihre Kernstrategie integriert werden.“ (EU-Kommission 2011, S. 7)

Die Gesellschaft erwartet mittlerweile, dass Unternehmen neben den gesetzlichen Anforderungen auch ihrer ethischen Verantwortung nachkommen (vgl. Carroll 1979, S. 499). Oft wird von Unternehmen als Corporate Citizen gesprochen, was so viel bedeutet wie als guter Bürger der Gesellschaft handeln.

Der Begriff Nachhaltigkeit wurde schon im 18. Jahrhundert verwendet. Der Freiberger Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645–1714) übertrug den Gedanken der Nachhaltigkeit auf die Waldwirtschaft. Hierbei ging es ihm vor allem darum, dass im Wald nur so viel Holz verbraucht wird, wie in absehbarer Zeit auf natürliche Weise nachwachsen kann.

Diese Definition gilt auch heute noch. Sie bezeichnet die Form des ökologischen und ökonomischen Handelns, die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen vergleichbare oder bessere Lebensbedingungen sichern soll. Ein Unternehmen hat dabei drei Handlungsfelder: ökonomische, ökologische und soziale.

Einige Beispiele

Ökonomische Aspekte sind:

  • Langfristige Maximierung des ökonomischen Ertrags
  • Gesundes Wachstum des Unternehmens

Ökologische Aspekte sind:

  • möglichst geringer Ressourcenverbrauch in der Produktion
  • geringe Versiegelungsfläche des Firmengeländes

Und bei sozialen Aspekten handelt es sich um:

  • Inklusion von Mitarbeitern mit körperlicher und geistiger Einschränkung
  • Mitarbeiterangebote, wie Firmensport oder Jubiläumsfeiern

Die verschiedenen Felder müssen alle zu gleichen Teilen bei unternehmerischem Handeln beachtet werden, um langfristig eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens zu ermöglichen.

CSR in Sachsen-Anhalt

Die Universität Halle- Wittenberg brachte 2011 eine sehr interessante Studie zum Thema: „Gesellschaftliches und ökologisches Engagement von Unternehmen (CSR) in Sachsen-Anhalt – Ergebnisse einer Unternehmensbefragung von kleinen und mittleren Unternehmen“ heraus. Diese qualitative Befragung gibt einen guten Einblick über den Stand in Sachsen-Anhalt und ist unter hier herunterladbar.

 

Eine allgemeine Zusammenfassung zum Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen finden Sie im CSR-Flyer.