„Sachsen-Anhalt, Europa und die Welt – Globalen Herausforderungen lokal begegnen“

 

Politik trifft Zivilgesellschaft – Podiumsdiskussion „Sachsen-Anhalt, Europa und die Welt – Globalen Herausforderungen lokal begegnen“ am 13.05.2015 im Café des Klosters „Unser Lieben Frauen“ in Magdeburg.

 

Zu Beginn der Veranstaltungsreihe zum Europäischen Jahr für Entwicklung 2015 haben bei einem moderierten Austausch der Leiter der Staatskanzlei und Europaminister des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, sowie die Mitglieder des Europäischen Parlaments aus Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU) und Arne Lietz (SPD), zu aktuellen entwicklungspolitischen und sozialen Fragen in Europa diskutiert. Herr Robra stellte dabei fest, dass besonders durch die aktuelle Flüchtlingssituation im Mittelmeer enormer Handlungsbedarf besteht. Sven Schulze ergänzte, dass über Flüchtlingsprobleme zu wenig öffentlich diskutiert wird und besonders eine Vernetzung von Flüchtlingen aus gleichen Ländern gefördert werden sollte.

Arne Lietz nahm konkreten Bezug zu Sachsen-Anhalt stellte die Bildungsarbeit in den Fokus. Er forderte eine Überarbeitung der Entwicklungspolitischen Leitlinien im Bundesland, die am besten zusammen in einem Workshop vorangetrieben werden sollte.

Zu Beginn der offenen Diskussion forderte Sebastian Lüdecke (Bündnis 90/Grüne) eine europaweite Allianz der Zivilgesellschaft. „Wir sollten Flüchtlingen jetzt etwas von dem zurückgeben; was wir an Hilfe erfahren haben“ ergänzte er. Harry Czeke (DIE LINKE.) wies darauf hin, daß bei einem Abschluß von TTIP Entwicklungspolitik obsolet würde. Schon jetzt schade die Exportpolitik der EU der wirtschaftlichen Entwicklung in Ländern des Südens.

Als Ergebnis der Diskussion können drei entscheidende Punkte festgehalten werden:

  • Entwicklungspolitik in Sachsen-Anhalt sollte Willkommenskultur als wesentlichen Bestandteil beinhalten und gelebt werden.
  • Die Aktualisierung der Entwicklungspolitischen Leitlinien des Bundeslandes ist dringend erforderlich.
  • Vor allem aber ist die Aufstockung der Promotorenstellen in Sachsen-Anhalt essenziell für eine gute und langfristig angelegte Arbeit im Land.

Nach der Debatte stellten sich die koordinierenden Organisationen der Veranstaltungen und Projekte im Europäischen Jahr für Entwicklung in einem Aktionsmarkt vor und kamen mit den Gästen aus Politik und Verwaltung ins Gespräch. Bei musikalischer Umrahmung und gestärkt durch einen Imbiss wurden hierbei Gespräche vertieft und neue Kontakte geknüpft.

Es wurde deutlich, wie wichtig es für die Zivilgesellschaft ist mit den AkteurInnen von Politik und Verwaltung in Kontakt zu stehen, denn nur gemeinsam besteht die Möglichkeit die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Sachsen-Anhalt voranzutreiben.

 

von Lisa Marquardt