Wasser ist Klimaschutz, Trinkwasser ist Klimaschutz!

22. März 2020: Weltwassertag der Vereinten Nationen

Sie können Ihr Trinkwasser in Deutschland bedenkenlos trinken. Es besteht keine Notwendigkeit für Wasser aus der Flasche. Aber stellen Sie sich vor, Ihr nächster Trinkwasser-Anschluss ist ein 5 km entfernter Brunnen. Das Wasser muss selbstverständlich erstmal aufbereitet werden.

Sauberes Wasser, vor allem Trinkwasser, und eine nachhaltige Versorgung damit sind für Gesundheit, Ernährung und die Würde des Menschen unverzichtbar. Wasser ist unsere Lebensgrundlage. Der Zugang zu sicherem Wasser sowie Sanitäreinrichtungen/Hygiene ist folglich ein grundlegendes Menschenrecht. Sauberes Wasser und dessen uneingeschränkte Nutzung werden bei uns in Deutschland als eine Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Dies sieht in anderen Teilen der Welt anders aus. Laut dem Weltwasserbericht 2019 der Vereinten Nationen müssen über zwei Milliarden Menschen unreines Wasser zu sich nehmen. Das heißt, dass drei von zehn Menschen keinen Zugang zu sauberem und fortwährend verfügbaren Trinkwasser haben. Wasser als Ressource wird zudem immer knapper.

Was sind die Gründe hierfür?

Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und schlechte Wasserversorgungssysteme; Verschmutzung der Umwelt durch Schadstoffe, Düngemittel und Pestizide; nicht nachhaltige Produktions- und Konsummuster; das Fallen der Grundwasserspiegel; sowie der Klimawandel, gekennzeichnet durch immer regelmäßiger auftretende Dürreperioden oder heftige Niederschläge und Überschwemmungen, beeinflussen die Qualität und Verfügbarkeit von Wasserressourcen stark. Dadurch entstehen in vielen Teilen der Erde soziale und politische Konflikte sowie Verteilungs- und Machtkämpfe, die über Landesgrenzen hinausgehen und Migrationsströme verursachen können.

Seit den 1980er Jahren ist der weltweite Wasserkonsum um ca. ein Prozent pro Jahr angestiegen. Wie dem Weltwasserbericht 2019 zu entnehmen ist, wird sich die Nachfrage nach Wasser bis 2050 mit einer ähnlichen Rate erhöhen.

Das SDG 6 „Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“ verfolgt das Ziel, bis 2030 weltweit eine Versorgung mit sauberem Wasser zu gewährleisten. Dabei beinhaltet das Ziel folgende Unterziele:

  • Zugang zu sicherem und bezahlbarem Trinkwasser für alle,
  • Angemessene Sanitärversorgung und Hygiene für alle,
  • Verbesserung der Gewässerqualität,
  • Steigerung effizienter Nutzung und nachhaltige Entnahme von Wasser zur Reduzierung der Wasserknappheit,
  • Integriertes Management der Wasserressourcen, auch grenzüberschreitend,
  • Schutz und Wiederherstellung von Wasserökosystemen (Berge, Wälder, Feuchtgebiete, Flüsse, Grundwasserleiter, Seen, …).

Die Agenda 2030 hat sich zum Ziel gesetzt, „niemanden zurückzulassen“. Dies betrifft wohlhabende Haushalte ebenso wie arme, urbane Gebiete, Randgebiete und ländliche Regionen. Ungleichheiten bezüglich der Verfügbarkeit, Qualität und den Kosten von Wasser müssen dringend durch Politik, Wissenschaft und Wirtschaft adressiert werden.

Diese Verantwortungszusage bringt mit sich, dass jede/r Einzelne einen Beitrag leisten muss. Lassen Sie uns gemeinsam Wasser als unsere Lebensgrundlage wahrnehmen, Wasserressourcen schützen und entsprechend nachhaltig handeln. Denn Wasserschutz ist Klimaschutz. Und Menschenschutz.

Hier einige Tipps für nachhaltigen Wasserverbrauch:

  • Gehen Sie mit Wasser sparsam um.
  • Spülen Sie keine Arzneireste runter.
  • Dosieren Sie Wasch- und Spülmittel so gering wie möglich.
  • Reparieren Sie tropfende Wasserhähne und undichte Spülkästen.
  • Gießen Sie Ihre Pflanzen, wenn möglich, mit Regenwasser.
  • Nutzen Sie Naturbäder anstelle von chlorgereinigten Schwimmbädern.
  • Achten Sie beim Kauf auf regionale und saisonale Produkte, denn bei deren Produktion wird weniger Wasser verbraucht.

 

Hinweis: Am 22. März erscheint der neue Weltwasserbericht der Vereinten Nationen.

 

Kontakt:

Anne-Maria Illés – Fair-Handels-Beratung für Sachsen-Anhalt

Telefon: 0176-64865695

E-Mail: fairhandelsberatung@einewelt-lsa.de

Veranstaltungen der Promotorin

Was macht die Bank mit meinem Geld?

Podiumsdiskussion zur sozialen Verantwortung der Finanzakteure im globalen Süden

Am 13.05.2015 von 16:00-18:00 Uhr in der ehemaligen JVA Magdeburg

 

Armut und Verzweiflung treiben derzeit tausende Menschen über das Mittelmeer. Während in der Öffentlichkeit eine intensive politische Debatte um die Soforthilfe geführt wird, sind die Informationen zur Veränderung von existierenden Ursachen und Wirkung der menschlichen Misere Expertenkreisen vorbehalten. Banken und Finanzinstitute haben, als Kreditgeber und Investoren, eine Schlüsselstellung im Wirtschaftskreislauf inne. Sie investieren Ihr Geld auch in Ländern des Globalen Südens.

Wie sich dies auf das Leben der Menschen vor Ort auswirkt, diskutierten die Podiumsgäste – Regine Richter, urgewald e.V. und Martin Werner/ Geschäftsführer Oikocredit Förderkreis Mitteldeutschland e.V. (Pionier der ethischen Geldanlage) mit dem Moderator Dr. Matthias Georg Will, Postdoc am Lehrstuhl für Wirtschaftsethik der Martin-Luther Universität Halle. Ein Vertreter einer konventionellen Bank war leider nicht bereit an der Diskussion teilzunehmen, insofern übernahm Dr. Will deren Position in der Diskussion.  Martin Werner stellte die Arbeitsweise von Micro-Finance im Allgemeinen und Oikocredit im Besonderen vor. Er erklärte, dass vor allem die Projekte unterstützt werden, die „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten. Weiterhin wurden die Vor- und Nachteile einer Entwicklungsunterstützung diskutiert, die an Kredite gekoppelt sind.Auch Regine Richter erläuterte die Vorgehensweise bei Kampagnen, in denen auf die Investitionen von Großbanken in Ländern des Globalen Südens aufmerksam gemacht wird. Sie nannte hierbei auch konkrete Beispiele, wie die Kampagne für eine Umsetzung für verbindliche und überprüfbare Sozial- und Umweltstandards bei Steinkohleimporten oder Kampagnen gegen die Finanzindustrie. Insgesamt konnten die verschiedenen Aspekte und Gründe für nachhaltige Geldanlagen ausführlich diskutiert werden. Schade ist allerdings, dass die komplementäre Sichtweise konventioneller Banken und deren Risikobewertung nicht aus erster Hand beschrieben werden konnte. Deutlich wurde aus der Diskussion, dass die Berücksichtigung nachhaltiger Gesichtspunkte bei der Geldanlage genauso nicht vergessen werden sollte wie bei einfachen Konsumprodukten.